Due Diligence: KI-Agenten prüfen Flächen, Genehmigung, Netz und Verträge vor
Ein Projektierer wächst über Zukauf, aber jede Vorprüfung kostet sein Team ein bis zwei Wochen. Seit KI-Agenten die Bewertung vorbereiten, schafft dasselbe Team acht bis neun Vorprüfungen im Monat statt rund fünf.
Vorprüfungen im Monat, mit demselben Team
dauerte vorher die Suche nach Red Flags in einem einzigen Angebot
je Prüfaspekt, etwa Flächen, Genehmigung, Netzanschluss und Verträge, dazu ein Kontroll-Agent
Ausgangslage
Ein Projektierer für Wind mit 50 bis 60 Mitarbeitenden wächst vor allem über Zukauf. Er übernimmt spätphasige Projekte mit Genehmigung, oft von kleineren Entwicklern oder Eigentümern ohne eigenes Know-how. Es kommen mehr Projektangebote herein, als das Team bearbeiten kann. Mehr als rund fünf Vorprüfungen im Monat waren nicht zu schaffen.
Jedes Angebot geht durch eine Vorprüfung. Projektleitung und Planung suchen ein bis zwei Wochen lang nach Red Flags, die Budget oder Zeitplan verändern, und entscheiden dann, ob es in die tiefe Prüfung mit Datenraum geht. Dafür öffnete das Team jedes PDF selbst, las es und glich die Geodaten in mehreren Kartenwerkzeugen ab.
Eine Checkliste gab es nicht. Was ein Red Flag ist, wussten die erfahrenen Leute im Team, und nur sie. Damit begrenzte die Vorprüfung, wie viele Angebote der Projektierer überhaupt ernsthaft prüfen konnte.
Was wir gemacht haben
Mit Projektleitung, Planung und Investment sind wir jeden Prüfschritt durchgegangen: welche Unterlagen, welche Kriterien, ab wann etwas ein Red Flag ist. Als zweite Quelle haben wir abgeschlossene Prüfungen mit ihrem Ergebnis ausgewertet. Dabei kamen Kriterien zum Vorschein, die im Gespräch niemand genannt hatte, weil sie für die Erfahrenen selbstverständlich sind.
Daraus ist ein Skill entstanden, eine festgelegte Arbeitsanweisung für KI-Agenten. Je Prüfaspekt arbeitet ein Agent danach, ein weiterer kontrolliert die Ergebnisse. Die Agenten lesen die Unterlagen in der Dokumentablage und im Postfach, in dem die Angebote eingehen. Ändern können sie dort nichts.
Projektangebot mit Unterlagen
Pläne, Genehmigung, Verträge und Geodaten kommen mit dem Angebot herein.
Ein Agent je Prüfaspekt
Flächen, Genehmigung, Netzanschluss und Verträge, jeweils nach den festgelegten Kriterien.
Kontroll-Agent
Sucht in den Ergebnissen nach Lücken und Widersprüchen.
Vorbereitete Bewertung
Red Flags, fehlende Unterlagen und ein Entwurf der Rückfragen an den Verkäufer.
Review durch das Team
Was unklar ist oder von der Norm abweicht, legen die Agenten ausdrücklich vor. Die Entscheidung trifft das Team.
Kriterien nachschärfen
Nach jeder Prüfung ergänzt das Team die Kriterien um das, was ihm aufgefallen ist.
Worauf die Agenten achten
Typische Punkte, an denen eine Vorprüfung hängen bleibt:
- Planungsrecht: Liegt die Fläche wirklich in einem Gebiet für Windenergie? Ältere Regionalpläne tauchen nicht immer in digitalen Karten auf und können eine scheinbar freie Fläche anders ausweisen.
- Höhenbegrenzungen durch Luftfahrt oder Bundeswehr. Niedrigere Anlagen bringen weniger Ertrag.
- Natur- und Artenschutz, auch einige Kilometer um den Park herum.
- Abstände zu Wohnbebauung, Straßen und Wald.
- Netzanschluss: Eine Netzanfrage liefert nur eine Auskunft, keine Reservierung. Lange Kabelwege kosten schnell sechsstellig.
- Flächensicherung: Je mehr einzelne Eigentümer, desto mehr Verträge und desto mehr kann schiefgehen.
- Angaben des Verkäufers im Datenraum, die gegengeprüft werden müssen.
Am Ende steht eine Einschätzung mit Empfehlung: was für das Projekt spricht, wo die Risiken liegen, welche Unterlagen fehlen. Auf dieser Grundlage entscheidet das Team, ob es tiefer prüft und welches Risiko es in den Preis einrechnet.
Was dabei herausgekommen ist
Das Team beginnt jetzt mit einer vorbereiteten Bewertung und liest gezielt dort nach, wo die Agenten etwas markiert haben. Jedes Angebot wird nach denselben Kriterien geprüft, egal wer gerade Zeit hat.
Mit demselben Team stieg die Zahl der Vorprüfungen nach unserem Projekt von rund fünf im Monat auf sieben im ersten Monat und auf acht bis neun im zweiten. Der Projektierer kann damit deutlich mehr Angebote ernsthaft bewerten, bevor er sich für einen Zukauf entscheidet.
Das Prüfwissen hängt außerdem nicht mehr an einzelnen Personen. Es steht im Skill, und ein neues Kriterium ist eine Textänderung, kein Entwicklungsprojekt.
Mehr Details
Für wen das passt
Für Euch, wenn Ihr über Zukauf wachst und Eure Vorprüfung zum Engpass wird. Besonders dann, wenn das Wissen, worauf es ankommt, bei wenigen erfahrenen Leuten liegt.
Klingt nach Eurem Thema?
Wir zeigen Euch gern, wie so eine Lösung in Euer System passt.